Die moderne Luftfahrt basiert auf hochgradig deterministischen Systemen. Flugzeuge, Flugsteuerungen, Sensorik und Software sind so ausgelegt, dass ihr Verhalten unter allen vorhersehbaren Bedingungen exakt beschrieben, getestet und zertifiziert werden kann.
Doch an verschiedenen Stellen stößt diese deterministische Logik zunehmend an ihre Grenzen:
Der Dialogtag 2026 beleuchtet diese Systemgrenzen aus drei Perspektiven und stellt die zentrale Frage:
Wie viel Nicht-Determinismus verträgt die Luftfahrt – technisch, operationell und regulatorisch?
Wenn das Flugzeug nicht mehr dem Modell folgt – Icing als Systemgrenze.
Vereisung gehört zu den klassischen, aber nach wie vor hochkomplexen Themen der Luftfahrt. Trotz umfangreicher Zertifizierungsanforderungen, Flugerprobung und Modellierung zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass sich das aerodynamische Verhalten eines vereisten Flugzeugs nur eingeschränkt vorhersagen lässt.
Gerade an den Grenzen der Flugbereiche werden die Unterschiede zwischen Modellannahme, Zertifizierungsnachweis und realem Flugverhalten sichtbar.
Leitfragen:
Wie zertifiziert man ein System, das nicht deterministisch ist? – KI in der Luftfahrt
Künstliche Intelligenz und lernende Systeme halten zunehmend Einzug in luftfahrttechnische Anwendungen. Gleichzeitig basieren bestehende Zulassungsprozesse auf der vollständigen Nachvollziehbarkeit und Determiniertheit von Softwareverhalten (z. B. DO-178).
KI stellt dieses Grundprinzip in Frage: Systeme, deren Verhalten sich aus Trainingsdaten ergibt und sich unter Umständen verändert, lassen sich nicht mehr klassisch deterministisch beschreiben.
Leitfragen:
Wenn selbst deterministische Systeme versagen – Single-Event Upset in Flight Control
Moderne Flugsteuerungssysteme sind hochgradig redundant, fehlertolerant und deterministisch ausgelegt. Dennoch können zufällige physikalische Effekte, wie durch kosmische Strahlung verursachte Single-Event Upsets (SEU), elektronische Systeme beeinflussen.
Diese Effekte entziehen sich vollständig der klassischen Systemlogik: Sie sind selten, zufällig und nicht vorhersagbar – und müssen dennoch in der Auslegung sicher beherrscht werden.
Leitfragen:
Gemeinsame Abschlussdiskussion: Alle drei Themen zeigen unterschiedliche Facetten derselben Herausforderung: Die Luftfahrt bewegt sich zunehmend in Bereichen, in denen Systeme nicht mehr vollständig vorhersagbar sind.
Übergreifende Fragstellungen:
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